Wenn wir in der Wunsch-Welt leben, nimmt unser Betteln und Nehmen kein Ende. Wir binden uns ständig, wenn wir nach einem besonderen Ergebnis in unserer Beziehung mit unseren Nächsten und Liebsten sehnen. Begierde bringt uns immer zum selben Punkt: dem physischen Körper. Wie können wir uns aus dieser Gefängniszelle befreien? Nur durch inneres Streben. Wenn wir auf dem Weg des inneren Strebens gehen, wird sie uns sagen, dass das Ziel und der Weg eins sind. Das Ziel ist unendliche, ewige Glückseligkeit und der Weg ist der Weg des inneren Strebens. Im Weg selbst sehen wir das Ziel.
Doch wie können wir uns vom Wunsch nach den Früchten unserer Handlungen befreien? Wenn wir arbeiten, wollen wir natürlich ein Ergebnis sehen. Wenn wir das Gefühl haben, wir hätten etwas getan, werden wir nach dem Ergebnis fragen. Doch wenn wir fühlen, dass es nicht wir sind, die arbeiten, werden wir uns nicht um das Ergebnis kümmern. Wenn wir fühlen, dass jemand anderes arbeitet oder studieret, werden wir uns keine Gedanken über das Ergebnis machen. Lasst uns also fühlen, das jemand anderes in und durch uns arbeitet. Wer ist dieser Jemand? Gott. Wenn Gott der Handelnde ist, muss Er sich um das Resultat kümmern. Der einfachste Weg, uns vom Wunsch nach der Frucht unserer Handlungen zu befreien, ist zu fühlen, dass wir nicht die Handelnden sind. Gott ist der ewige Handelnde, und Er handelt in und durch uns; daher sind die Ergebnisse seine Angelegenheit.
Versuche bitte die Rolle eines bewussten Werkzeugs oder eines Kanals zu spielen, in dem und durch welchen das Göttliche handeln kann. Wir müssen fühlen, dass Gott unendlich ist und wir Seine Kinder sind. Bis wir zu dem geworden sind, was Er hat und was Er ist, können wir nie erfüllt sein. Wenn wir daran denken, dass das unendliche Licht, die unendliche Seligkeit und die unendliche Kraft, die Gott besitzt, letztlich uns gehören werden – da sie unser Geburtsrecht, unser göttliches Erbe sind – werden wir unserer Reise zu einem anderen Ziel beginnen. Diese Reise ist die Reise des inneren Strebens. Auf diese Weise können wir es vermeiden, uns nach den Früchten unserer Handlungen zu sehnen.From:Sri Chinmoy,Der Reinheits-Fluss gewinnt, The Golden Shore Verlagsges.mbH, Nürnberg, 2018
Quelle https://de.srichinmoylibrary.com/prw