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Was immer du willst, Gott gibt es

Teil I — Drei klassische, Indische Geschichten1


  1. WYW 1e1. Sri Chinmoy erzählte diese klassischen, Indischen Geschichten einer Gruppe von Kindern im August und September 1994.

Was immer du willst, Gott gibt es

Diese Geschichte zeigt, dass dir Gott gibt, was immer du möchtest. Wenn du materielle Dinge möchtest, gibt Gott sie dir. Wenn du spirituelle Dinge möchtest, gibt Gott sie dir. In dieser Geschighte verkörpert Lord Krishna Gott in einer menschlichen Form.

Im zarten jugendlichen Alter hatte Krishna einen sehr guten Freund namens Sudhama. Sudhama war sehr rein und sehr arm. Er und Krishna studierten zusammen mit ein paar anderen Studenten unter der spirituellen Führung eines Gurus namens Sanipani.

Für Lord Krishna war dieser spirituelle Lehrer wie ein Kindergartenlehrer. Wenn du ein kleines Kind bist, gehst du in den Kindergarten. Der Kindergartenlehrer weiß vielleicht nur, wie man das Wissen, das man im Kindergarten braucht, lehrt. Im Anschluss verbringst du Jahre an höheren Schulen und wirst zu einem Meer der Weisheit. Du bekommst deinen Magister und Doktor-Titel. Doch der Lehrer, der dich im Kindergarten gelehrt hat, bleibt bei seinem Kindergarten-niveau. In vergleichbarer Weise übertraf Lord Krishna schließlich seinen damaligen Lehrer bei weitem; es gab keinen Vergleich zwischen den beiden.

Als sich Sudhama bewusst wurde, wer sein Freund und Spielgefährte war, wurde er zu einem innigen Verehrer von Lord Krishna. Er verbrachte seine Tage damit, in den Straßen spirituelle Lieder, insbesondere Bhajans zu singen. Er komponierte sie selbst und all diese Lieder waren Lord Krishna gewidmet.

Schließlich wurde Lord Krishna zum König von Dwaraka, aber Sudhama blieb sehr arm. Er war gänzlich von der Großherzigkeit anderer Menschen abhängig, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Von dem Geld das er sammelte, gab er gewöhnlich als erstes etwas Lord Krishna, Gott. Dann kaufte er Essen für seine Kinder. Wenn dann noch Geld übrig war, kaufte er Essen für seine Frau und sich selbst.

Als seine Kinder etwas älter wurden, wurde es äußerst schwierig, den Lebensunterhalt für die Familie aufzubringen. Eines Tages sagte seine Frau Kalyani zu ihm: „Du erinnerst dich, dass du und Krishna in eurer Jugend sehr gute Freunde gewesen seid. Denkst du nicht, du könntest ihn um ein klein wenig materiellen Reichtum bitten?“

Der Ehemann erwiderte: „Wenn du jemanden um Geld bittest oder um irgendeine Art von materiellem Reichtum, dann verschwindet die Freundschaft.“

Die Frau sagte: „Nein, nein, nein! Eure Freundschaft wird nicht enden.“

Letztlich zeigte sich ihr Mann einverstanden. Er sagte zu seiner Frau: „Ich werde zu ihm gehen und herausfinden, wie es ihm geht. Ich hoffe, er erinnert sich noch an mich, jetzt, wo er zum König von Dwaraka geworden ist. Selbst wenn er sich nicht erinnert, weiß ich innerlich, dass er der König der Welt ist. Ich werde ihn besuchen gehen, um seine Zuneigung, seine Liebe und seinen Segen zu erhalten.“

Seine Frau war sehr glücklich und aufgeregt, dass ihr Mann Lord Krishna besuchen würde. Ihr Gefühl sagte ihr, dass ihr Mann gegenüber Krishna nichts über ihre Armut erwähnen müsse. Sobald Krishna ihn sähe, würde er alles über ihn wissen und ihm materiellen Reichtum schenken. Dann würden sie über Nacht reich werden.

Als Sudhama sich zu Krishnas Palast aufmachte, vergaß seine Frau nicht, ihm ein wenig Puff-Reis mitzugeben, den sie selbst zubereitet hatte. Es war ein Geschenk für seinen liebsten Freund, Lord Krishna.

Als Krishna seinen alten Freund von weitem kommen sah, lief ihm der König freudig entgegen und umarmte ihn. Krishna brachte Sudhama solche Zuneigung entgegen. Er sagte zu ihm: „Sudha­ma, mein Jugendfreund, du bist hierhergekommen! Wo gibt es noch so einen Freund wie dich?“

Das Essen wurde von Krishnas Frau Rukmini gebrachte, weil Sudhama ein ganz besonderer Gast war. Danach gönnten sich die beiden Freunde eine Ruhepause. Nachdem sie geruht hatten fragte Krishna: „Übrigens, bist du verheiratet?“

Sudhama antwortete: „Ja, ich bin verheiratet und ich habe auch einige Kinder.“

„Wie ist deine Frau? Ist sie nett zu dir?“, fragte Krishna.

„Sie ist sehr, sehr hingebungsvoll zu mir“, antwortete Sudhama.

Krishna sagte: „Wenn du eine Frau hast, dann bin ich sicher, dass du mir etwas vor ihr mitgebracht hast. Sie würde dir nicht erlauben deinen Freund zu besuchen, ohne dir etwas für ihn mitzugeben.“

Sein Freund entgegnete: „Oh ja, aber ich bin sehr verlegen, es dir zu geben, da du ja nun ein König bist.“

Krishna sagte: „Nein, du musst es mir geben. Ich muss das bekommen, was dir deine Frau für mich mitgegeben hat.“

Ganz zögerlich überreichte Sudhama Krishna die kleine Portion Puffreis, die ihm seine Frau mitgegeben hatte. Krishna war sehr erfreut. Er sagte: „Das schmeckt äußerst köstlich!“ und er aß es mit Herzenslust.

Dann fragte Krishna: „Hast du irgendwelche Neuigkeiten für mich?“

„O nein, ich habe keine Neuigkeiten“, antwortete Sudhama. „Bei mir ist alles in Ordnung. Ich bin nur hierhergekommen, um dich zu sehen und um deine Liebe und deinen Segen zu erhalten. Ich bin nicht wegen irgendwelchen materiellen Wünschen gekommen.“

Krishna fragte: „Du brauchst gar nichts?“

„Nein“, antwortete sein Freund.

„Was ist mit deinen Kindern?“, fragte der König.

„O nein“, sagte Sudhama, „sie brauchen nichts. Gott ist überall. Er wird sich um sie kümmern, also brauche ich nichts. Du hast mir so viel Mitgefühl, Zuneigung und segensvolle Liebe geschenkt. Ich brauche nicht mehr.“

Danach ging sein Freund sehr glücklich und zufrieden nach Hause, weil Krishna ihn mit seinem Segen und seiner Zuneigung überschüttet hatte. Doch als er sein Dorf erreicht hatte, stellte er fest, dass sich seine Hütte in ein herrschaftliches Haus verwandelt hatte. Es war wie ein Palast, mit vielen Dienern. Seine Frau, Kalyani, erschien auch sehr verändert. Sie war wie eine Königin gekleidet und war sehr glücklich.

Sudhama fragte: „Wie ist das alles geschehen?“

„Du weißt es nicht?“, fragte seine Frau. „Als du weg gegangen bist, um Krishna zu besuchen, verwandelte sich plötzlich unsere Hütte in einen Palast.“

Sudhama begann Tränen der Dankbarkeit zu vergießen und sagte: „Lord Krishna, du hast all unsere Wünsche erfüllt. Meine Frau sehnte sich materiellem Wohlstand; du hast ihr diesen Wunsch erfüllt. Ich sehnte mich nach spirituellem Wohlstand – nach deiner Zuneigung, deiner Liebe und deiner Glückseligkeit. Du hast auch meinen Wunsch erfüllt.“

Kommentar zu Was immer du willst, Gott gibt es

Was immer wir von Gott möchten, ob wir weltliche Wünsche haben oder himmlische Wünsche, Er wird es uns geben. Da Sudhamas Frau aufrichtig materiellen Wohlstand suchte, wurde ihr Wunsch von Lord Krishna erfüllt. Ihr Mann wünschte sich spirituellen Glückseligkeit, Zuneigung, Liebe und Mitgefühl und Lord Krishna erfüllte auch seine Wünsche. Wir müssen also sehr vorsichtig sein, worum wir Gott bitten. Wenn wir um die Erfüllung weltlicher Wünsche beten und beten, wird Gott sie erfüllen. Wir müssen nur Geduld haben. Wenn wir andererseits unsere Strebsamkeit erfüllt haben wollen, wird Gott uns auch erfüllen, aber das dauert länger. Das einzige Problem ist, dass, wenn weltliche Wünsche erfüllt sind, sie nicht wirklich erfüllt werden. Sie wachsen und wachsen und wachsen. Wünsche sind wie ein unaufhörlicher Hunger, der nie gestillt werden kann. Niemand wird durch die Erfüllung weltlicher Wünsche dauerhafte Zufriedenheit herbeiführen können. Aber wenn wir nur ein klein wenig spirituellen Reichtum erhalten, sind wir zufrieden. Und diesen spirituellen Reichtum können wir vermehren, indem wir unser inneres Streben vermehren. Wenn unser innerer Hunger wächst, sind wir in der Lage, mehr und mehr vom Segen Gottes, seiner Liebe, seinem Mitgefühl, seinem Licht und seiner Wonne, zu empfangen.

Die Gnade von Mutter Kali

Es gab einmal einen großen, großen Poeten des alten Indiens, namens Kalidasa. Wie in der englischen Literatur der Autor Shakespeare eine unsterbliche Figur ist, so ist am Firmament der indischen Literatur Kalidasa bestimmt auch eine unsterbliche Figur. Er schrieb seine Stücke und Gedichte in Sanskrit. Sein beliebtestes episches Gedicht ist „Megha Dutam“, der Wolken-Bote.

Kalidasa lebte während der Regierung eines guten, netten, gütigen und kraftvollen Königs, namens Vikra­maditya. Um inspirierende, erleuchtende und göttliche Tätigkeiten an seinem Hof zu unterstützen, ernannte er neun außergewöhn-liche Leute, die als Navaratna bekannt waren, was so viel bedeutete wie Glanzstücke. Sie waren Experten in verschiedenen Bereichen wie Medizin, Astronomie, Malerei und so weiter. Kalidasa war einer dieser neun Glanzstücke. Er war der Asthana Kavi, der Dichter des königlichen Hofes.

Das ist die Geschichte, wie Kalidasa zu einem bedeutenden Dichter Poet wurde. Als Kalidasa noch ein junger Mann war, lebte ein König, der eine wunderschöne Tochter hatte. Diese Tochter war extrem gut bewandert in den Heiligen Schriften. Unglücklicherweise schlich sich auch Stolz sehr erfolgreich in ihren Verstand ein. Und so erklärte sie, dass sie nur die Person heiraten würde, der es gelänge, sie in philosophischen oder spirituellen Streitgesprächen zu besiegen. Sehr viele gelehrte Brahmanen und große Sanskrit-Gelehrte, welche die indischen Schriften kannten, nahmen ihre Herausforderung an. Aber zu ihrem größten Leidwesen wurde einer nach dem anderen von ihr besiegt und böse gedemütigt. Die enttäuschten Freier suchten nach einem Weg, um sich für die Demütigungen der Prinzessin zu rächen. Doch wie sehr sie sich auch bemühten, sie hatten keinen Erfolg damit.

Eines Tages waren vier dieser Brahmanen zufällig in einem kleinen Dorf, als ihnen einen jungen Schäfer begegnete. Der Schäfer war schmutzig und unordentlich; er sah dumm aus, um es gelinde auszudrücken. Als sie ihn das erste Mal erblickten, saß er auf dem Ast eines Baumes und aß genüsslich einige Früchte. Und während er so da saß und es sich schmecken lies, schlug er gleichzeitig den Ast ab, auf dem er saß!

Eine brillante Idee machte sich in den Köpfen der Brahmanen breit. Sie sagten: „Wir werden der Prinzessin einen Streich spielen und ihr alles zurückzahlen, indem wir diesen Schäfer zu ihr bringen und vorgeben, er sei der größte Gelehrte. Wer weiß, vielleicht kann gerade dieser beispiellose Idiot die Prinzessin in der Debatte schlagen.“

So holten sie den Schäfer vom Baum herunter, halfen ihm ein Bad zu nehmen, brachten ihm köstliches Essen und zogen ihm schöne Kleider an und setzten ihm einen Turban auf. So gekleidet sah er nun wie ein wirklicher Brahmane aus. Danach geleiteten sie ihn zu der Stadt und gaben ihm folgenden Rat: „Wenn wir dich jetzt zur Prinzessin bringen musst du dich absolut still verhalten.“

Der junge Mann bekam es mit der Angst zu tun und fragte: „Zur Prinzessin? Wozu?“

Sie erzählten ihm: „Damit du die Prinzessin im Streitgespräch besiegen kannst und sie dann zur Frau bekommst.“

Einerseits war der arme Schäfer zu Tode erschrocken; andererseits war die Aussicht verlockend, Er war bereit dorthin zu gehen und die Prinzessin im Streitgespräch zu besiegen. Die Brahmanen sagten zu ihm: „Wann immer die Prinzessin dir eine Frage stellt, antworte nur mit Gesten – indem du deine Finger hebst.“

Als der Schäfer und die Brahmanen in den Palast eintraten, sagten sie zu der Prinzessin, dass der Schäfer ein großer Heiliger sei, der ein Schweige-Gelübde abgelegt habe. Als ihm die Prinzessin die erste Frage stellte, richtete sie einen Finger auf ihn. Der Schäfer wusste gar nichts, aber da sie ihm einen Finger gezeigt hatte, fiel ihm ein, ihr zwei Finger zurück zu zeigen. Dann gaben die Brahmanen eine wunderbare Erklärung ab, was seine Geste bedeutete. Auf die gleiche Weise stellte sie ihm viele Fragen und was immer in seinen Idioten-Verstand kam, antwortete er mit seinen Fingern. Im Anschluss gaben die gewieften Brahmanen ganz, ganz exzellente Erklärungen ab.

Die Prinzessin war aufs äußerste zufrieden mit dem Schäfer und den Antworten, die sie erhalten hatte. So verkündete sie: „Ich bin nun bereit, diesen großen Gelehrten zu heiraten.“ Die Brahmanen bekamen eine großzügige Belohnung von der Prinzessin, da sie einen so bedeutenden Gelehrten zu ihr gebracht hatten.

Daraufhin heirateten die Prinzessin den junge Mann. Doch o Gott, es waren kaum zwei Stunden vergangen, als die Prinzessin die Feststellung machte, dass dieser Bursche der schlimmst möglichste Narr in Gottes gewaltiger Schöpfung war. Als er zu sprechen begann, ergab nichts einen Sinn. Sie fühlte sich unglücklich, dass sie von den Brahmanen so hereingelegt worden war, aber was konnte sie dagegen tun? Sie sagte zu ihrem neuen Ehemann: „Ich werde dich als meinen Ehemann behalten, vorausgesetzt, dass du auf meine Bitte hörst. Ansonsten werde ich dich aus meinem Palast werfen.“

Sie gebot ihm, an diesem Abend zum Tempel der Mutter Kali zu gehen und das Tor von innen zu verschließen. Dann solle er zu Mutter Kali beten. Wenn Mutter Kali an das Tor klopfe, müsse er sagen, dass er Ihr nur erlaube hereinzukommen, wenn sie einwillige ihn zu segnen und ihn zu einem großen Gelehrten zu machen.

Der junge Mann gehorchte seiner Frau. Er ging zum Tempel von Mutter Kali und verschloss das Tor von innen. Dann begann er mit größter Hingabe zu beten. Nach einigen Stunden kam Mutter Kali und klopfte an das Tor. Als er Ihr das Tor öffnete, sagte er: „Mutter, Mutter, ich werde Dich nur hereinlassen, wenn Du mich segnest. Sonst werde ich Dir nicht erlauben herein zu kommen.“

Mutter Kali schaute ihn an, sah seine Aufrichtigkeit und goss all Ihr Mitgefühl in ihn. Sie sagte zu ihm: „Öffne deinen Mund und zeige mir deine Zunge.“ Als er das tat, schrieb Sie ein esoterisches Mantra auf seine Zunge – etwas sehr Heiliges und Geheimes. Sofort war er mit göttlichen Gaben ausgestattet; er wurde sehr kultiviert; er konnte fließend Sanskrit sprechen und begann Gedichte zu schreiben.

Als er spät in dieser Nacht zurück nach Hause kam, war seine Frau mit seiner Umwandlung sehr zufrieden. Zu ihrer größten Freude war er über Nacht zu einem großen Gelehrten und Dichter geworden. Sie lebten sehr glücklich zusammen. Der junge Mann wurde als Kalidasa bekannt. „Dasa“ bedeutet Sklave oder Diener. Er empfing Weisheits-Licht von Mutter Kali; deswegen war sein Name Kalidasa – der Diener Mutter Kalis.

Kommentar zu Die Gnade von Mutter Kali

Wenn die Gnade von Mutter Kali oder von einem anderen Aspekt der göttlichen Mutter in uns eintritt, dann können jeden Augenblick Wunder geschehen. Ihr habt in der Geschichte gehört, dass all jene wirklichen Gelehrten, die zur Prinzessin gingen, im Streitgespräch gegen sie verloren haben. Daraufhin spielten die Gelehrten der Prinzessin einen Streich und besiegten sie mit unfairen widerwärtigen Mitteln. Aber die Geschichte ist hier noch nicht zu Ende. Die Geschichte hat einen sehr netten, sehr zufriedenstellenden Ausgang. Kalidasa, ihr Ehemann, wurde zu einem großen Gelehrten und Dichter.

Ich möchte damit sagen, dass es einen großen Unterschied zwischen Wissen und Weisheit gibt. Wissen kommt von Büchern, aber Weisheit kommt entweder aus den innersten Winkeln eures Herzens oder direkt von unserer Seele oder von oben. Diese Art der Weisheit ist dem Wissen unendlich, unendlich weit überlegen.

Wenn ihr zum Supreme um innere Weisheit betet, wird Er euch dir mit Sicherheit geben. Wenn ihr Ihm dabei helfen möchtet, das menschlichen Bewusstseins anzuheben, wenn ihr Ihm dienen möchtet, wenn ihr an Seinem kosmischen Spiel teilnehmen möchtet, wenn ihr Sein auserwähltes Instrument sein möchtet, dann wird Er euch die goldene Gelegenheit gewähren.

Liebste Kinder, ihr werdet noch fünfzig, sechzig oder achtzig Jahre auf der Erde leben und dann wird euer Körper gehen. Ihr werdet bemerken, wie schnell die Zeit vergeht! Aber wenn ihr innerlich strebt, dann könnt ihr in das ewige Leben wachsen. Je mehr ihr euch eurer Seele bewusstwerdet, die ein direkter Vertreter Gottes ist, desto mehr werdet ihr in Gottes unendliches Licht, unendlichen Frieden und unendliche Seligkeit hineinwachsen und desto mehr werdet ihr in der Lage sein, diese Eigenschaften auf hier auf Erden zu manifestieren.

Jeder möchte glücklich sein. Aber wahres Glücklichsein kommt nur vom Einssein mit dem Willen deiner Seele, mit dem Willen Gottes. Wenn du Seinem Willen schlaflos und atemlos gehorchst, dann wirst du glücklich sein.

Also, meine Lieben, schätzt euer spirituelles Leben. Seid nicht von anderen abhängig, um euch zu inspirieren und euch zu helfen. Seid eure eigene Inspiration. Die guten Dinge, die ihr tut, wachsen. Vertraue nicht deinem Verstand, wenn er sagt: „Das ist richtig.“ Einen Augenblick wird dein Verstand sagen: „Gehe in diese Richtung.“ Im nächsten Augenblick wird er sagen: „Gehe in die andere Richtung.“ Der Verstand spielt nur Fußball mit dir. Aber das Herz tut das nicht. Das Herz kennt den Willen des Supreme und das Herz wird dir immer sagen, dass du zum Licht gehen sollst. Wenn du also immer im Herzen bleiben kannst, dann wirst du immer weiter zum Goldenen Ufer gehen können. Mit unendlicher Liebe, Mitgefühl, Anteilnahme und göttlichem Stolz bitte ich euch, süße Kinder, bleibt immer schönste und duftende Blumen im Herzens-Garten des Supreme.

Die Liebe eines Kindes zu Gott

Ich erzähle diese Geschichte für Kinder. Doch da wir aber alle Gottes Kinder sind, ist diese Geschichte für jeden von uns zutreffend. Ihr habt viele Geschichten gehört, über die Liebe, die ein Kind zu Gott haben kann. Aber diese Geschichte ist besonders bezeichnend, spezielle für jene, die das spirituelle Leben in jungen Jahren angenommen haben. In dieser Geschichte erfahrt ihr, wie die Liebe eines kleinen Mädchens zu Gott stetig wuchs und wuchs, als sie älter wurde.

Ich bin sicher, dass einige von euch den Namen Mirabei schon gehört haben. Mirabei war eine Gott-hingegebene Person von hohem, höherem, höchstem Rang. Unter den Heiligen Indiens ist sie absolut unerreicht. Sie komponierte viele, viele Bhajans, das sind andächtige Lieder, die an Gott gerichtet sind. Jedes Lied das Mirabei schrieb, drückt ihre Inspiration, ihr inneres Streben und ihre schlaflose Selbsthingabe aus.

Mirabei stammte aus einer königlichen Familie aus Rajastan. Der Name ihres Vaters war Ratna Singh. Er war oft von zu Hause weg und kämpfte mit den mongolischen Kaisern. Er war ein sehr tapferer Krieger. Eines Tages kam ein heiliger Mönch, um ihre Eltern zu besuchen. Er blieb einen Tag als besonderer Gast in ihrem Palast. Der heilige Mönch war über die Edelmütigkeit und die frommen Eigenschaften ihres Vaters sehr erfreut. Als der Mönch weiterzog, schenkte er Ratna Singh eine sehr schöne Puppe bzw. Statue von Lord Krishna. Krishna ist die Verkörperung von Gott.

Zu dieser Zeit war Mirabei erst drei Jahre alt. Sie wollte so gerne die Puppe haben, die ihr Vater bekommen hatte, aber er wollte sie ihr nicht geben. Ihr denkt vielleicht, der Vater war gemein. Doch der Vater hatte zwei bestimmte Gründe, weshalb er die Puppe behalten wollte. Der erste Grund war, dass die Puppe, da sie von einem Sadhu oder heiligen Mann kam, einen ganz besonderen Segen hatte. Ratna Singh wollte diesen Segen bewahren, nicht aus Geiz, sondern aus dem Grund, dass die Puppe jederzeit verehrt werden konnte. Der andere Grund, weshalb er ihr die Puppe nicht geben wollte, war, weil er dachte, Mirabei würde die ganze Zeit mit ihr spielen.

Als Mirabai feststellte, dass der Vater ihr die Puppe nicht geben wollte, aß sie nichts mehr. Was konnte der arme Vater da tun? Da sie das Essen verweigerte, gab er ihr die Puppe. Von da an spielte Mirabai immer mit ihrer Puppe. Sie sprach mit der Puppe und sang für sie; sie liebte diese Puppe so sehr.

Als Mirabei fünf Jahre alt war, zog zufällig eine Hochzeits-Prozession vor dem Palast ihres Vaters vorbei. Mirabai fragte ihre Mutter: „Was ist da los?“

Ihre Mutter antwortete: „Das ist eine Hochzeit. Diese zwei Menschen heiraten.“

Aus Neugierde fragte Mirabai ihre Mutter: „Wen werde ich heiraten?“

Aus irgendeinem Grund antwortete ihre Mutter: „Du bist schon verheiratet, mein Kind.“

„Wer ist mein Mann?“, rief Mirabai.

„Diese Puppe, Lord Krishna, ist dein geliebter Mann“, sagte ihre Mutter. Mirabai freute sich so darüber, zu hören, dass Krishna ihr Ehemann war.

Als die Zeit voranschritt, wurden Mirabais Gebete stärker und auch seelenvoller. Jeden Tag, am Schluss für Stunden, sprach sie zu der Puppe, sang und tanzte vor der Puppe. Sie benahm sich, als ob die Puppe ein wirklicher Mensch sei. In ihrem Fall war diese Puppe ein menschliches Wesen. Lord Krishnas lebendige Gegenwart war in der Puppe.

Ihr Großvater und die anderen Mitglieder der Familie waren verwirrt. Was sollten sie mit diesem kleinen Mädchen tun? So fassten sie den Entschluss, dass es für Mirabei umso besser wäre, je früher sie verheiraten würde. Wenn die Liebe zu ihrem Mann stärker würde, dann würde sich vielleicht ihre Hingabe zu dieser Puppe verringern. Außerdem würde sie sich vieler Pflichten im Haushalt annehmen müssen.

Zu diesem Zeitpunkt war Mirabai acht Jahre alt. Aber in jenen Tagen war es für Eltern normal, die Hochzeit ihrer Kinder zu arrangieren, wenn diese noch sehr jung waren.

So wurde Mirabai mit dem Prinzen Bhoja Raj verheiratet. Er war der älteste Sohn von Rana Sanga von Chittor. Der Regent von Chittor wurde als Führer der königlichen Hindu-Häuser angesehen und so stieg Mirabai durch diese Heirat in eine sehr hohe soziale Position auf.

Mirabais Ehemann war ein sehr großer Krieger. Während des Tages führte Mirabai ihre Pflichten aus und hörte ergeben auf ihre Schwiegermutter. Dann am Abend nahm sie ihre kleine Puppe mit in den Tempel. Dort konnte sie mit der Puppe sprechen, singen und tanzen.

Leider billigte das ihre Schwiegermutter überhaupt nicht. Sie sagte zu Mirabai: „Du kannst nicht zu später Stunde fernbleiben. Du bist noch ein kleines Mädchen. Du musst zu Hause bleiben und schlafen gehen.“

Aber Mirabai beharrte darauf: „Ich will jede Nacht in den Tempel gehen und beten.“

Ihre Schwiegermutter brachte einen anderen Einwand. „Du betest zu Krishna, aber Krishna ist nicht die Gottheit unserer Familie. Unsere Gottheit ist Gauri, ein Aspekt von Durga und Durga ist die Gemahlin von Lord Shiva. Du kannst also in unserer Familie nicht weiterhin zu Krishna beten.“

Mirabai schenkte ihrer Schwiegermutter keine Beachtung. Sie sagte: „Nein, ich werde nicht auf dich hören. Mein Geliebter ist Lord Krishna. Zu ihm muss ich beten.“

So hatten Mirabai und ihre Schwiegermutter einen ernsthaften Streit. Doch von da an blieb die Schwiegermutter still und erlaubte Mirabai, mit ihren spirituellen Aktivitäten fortzufahren.

Mirabai war sehr glücklich. Während des Tages arbeitete sie und am Abend konnte sie in den Tempel gehen, um dort zu meditieren und mit ihrem Lord Krishna zu singen und zu tanzen.

Sie verehrte Krishna als Gopala Giridhara – den jungen Kuhhirten, der am Ufer des Jamuna-Flusses in Brin­daban seine Flöte spielte. Brindaban war Krishnas Heimat während seiner Kindheit. Um seine Verehrer vor einer Überschwemmung zu schützen, hob Er einmal einen Berg hoch, so dass sie darunter Schutz finden konnten. Das ist die Bedeutung des Beinamens Giridhara. Wenn Mirabai ihre Puppe anbetete, erschien Lord Krishna in dieser Form vor ihr. Dann spielte er mit ihr und sprach zu ihr.

Dann kam es, dass die Schwester ihres Mannes sehr, sehr eifersüchtig auf Mirabai wurde. Sie hatte gehört, wie ihre Mutter geäußert hatte, dass Mirabai sehr spirituell sei und die ganze Zeit mit Gott spreche. Diese Schwägerin wollte Mirabai bestrafen. Also begann sie Gerüchte in die Welt zu setzen, dass Mirabai einige Liebhaber hätte. Sie erzählte den Leuten, dass Mirabai diese Liebhaber in der Nacht in den Tempel brächte und dort mit ihnen zu-sammen sei. Mirabai hörte von diesen Hofgerüchten, schenkte ihnen aber Beachtung. Sie war zu dieser Zeit zwölf oder dreizehn Jahre alt.

Eines Tages sagte diese unerträgliche Schwägerin zu Mirabais Ehemann: „Bist du blind? Deine Frau hat so viele Freunde. Ich kann es leicht beweisen. Gehe nur und schau, was sich in der Nacht im Tempel abspielt.“

Mirabais Ehemann wurde wütend und wartete in dieser Nacht vor dem Tempel. Als er Mirabai mit jemandem sprechen hörte, brach er die Tempeltüre auf und stürzte mit blankem Schwert hinein. Mirabai hatte mit Lord Krishna gesprochen. Er war ihr in seiner himmlischen Form erschienen. Aber sobald der Ehemann kam, verschwand er. Mirabais Mann sah nur seine Frau und ihre kleine Puppe; es waren keine anderen Menschen mehr anwesend. Er lachte und sagte: „Meine Schwester hat mir lauter Lügen erzählt!“ Dann ging er fort. Nachdem er gegangen war, rief und rief Mirabai nach ihrem Lord Krishna: „Wo bist du hingegangen, wo bist du hingegangen?“

Nach dieser Episode fuhr ihre Schwägerin fort, boshafte Geschichten über Mirabai zu erzählen. Es war Mira­bai zu viel, aber was konnte sie tun? Zumindest konnte sie jeden Abend zum Tempel gehen und ihren Geliebten Lord auf ihre Weise anbeten.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Mirabei schon einige seelenvolle Bhajans komponiert. Die Menschen begannen ihre Lieder auf der Straße zu singen. Sie waren alle sehr stolz auf sie.

Zu dieser Zeit folgte Akbar seinem Vater auf den Thron als Kaiser der Mongolen. Obwohl er ein Moslem war, liebte er die Kultur der Hindus. Auf seinem Hof hatte er alle Arten von talentierten und außergewöhnlichen Menschen aus verschiedenen Religionen in seinen Diensten gestellt. Akbar schätzte immer die guten Eigenschaften der anderen. Im Laufe der Zeit vernahm er auch Kunde über Mirabai. Deshalb wollte er hingegen und sie sehen.

Zuerst hatte es den Anschein, dass es unmöglich ist, ihm diesen Wunsch zu erfüllen. Mirabais Familie und die Mongolen-Kaiser waren seit je her die schlimmsten Feinde gewesen! Wenn er ging, um Mirabai zu sehen, würde er sein Leben riskieren und auch Mirbai in große Gefahr bringen. Aber Akbar war entschlossen zu ihr zu gehen. Er werde in Verkleidung gehen.

Deshalb legten er und sein Musiker Tansen - wie wandernde Mönche - ockerfarbene Gewänder an. In dieser Verkleidung näherten sie sich dem Tempel, in dem Mirabai lebte. Im Tempel sangen und tanzten die Verehrer. In der Mitte sang Mirabai äußerst seelenvoll.

Akbar und Tansen waren tief bewegt von Mirabais Stimme und ihren Gebeten. Um seine Dankbarkeit zu zeigen, legte Akbar eine diamantene Halskette zu Füßen von Mirabais kleiner Statue von Krishna. Die Menschen, die zugegen waren, waren erstaunt über die Gesten des Bettlers. Sie fragten sich, ob vielleicht eine reiche Person in Form eines Bettlers gekommen sei. Akbar und Tansen gingen dann fort.

Nach ein paar Tagen wurde bekannt, dass es der Kaiser selbst war, der gekommen ist. Mirabais Mann wurde wütend und sagte zu seiner Frau: „Du hast die schlimmstmögliche Sünde begangen. Du bist eine Hindu-Prinzessin, aber du hast einem Moslem erlaubt, dein Gesicht zu sehen. Ich kann dich nicht mehr ansehen. Du musst zum Fluss gehen und dich darin ertränken.“

Arme Mirabai! Sie war so unglücklich über die Wendung der Ereignisse. Was geschehen war hatte nicht sie zu verantworten. Aber sie war trotzdem bereit, in den Fluss zu gehen und Selbstmord zu begehen. So ging sie zum Fluss, begleitet von ihren Anhängern und Verehrern. Als sie gerade dabei war, in den Fluss zu steigen, erschien Lord Krishna und ergriff sie. Er sagte zu seiner liebsten Verehrerin: Nein, ich möchte nicht, dass du Selbstmord begehst. Du hast nichts Falsches getan. Bitte verlasse diesen Ort und komme nach Brindaban. Dort wirst du mich sehen.“

So verließ Mirabai ihren Ehemann und ging mit einigen Anhängern nach Brindaban. Dort konnte sie ihre ganze Zeit verwenden, um Krishna zu verehren und Krishnas Bhajans zu singen. Ihre Bhajans waren einfacher als das Einfachste. Manchmal bestanden sie nur aus vier oder fünf Worten. Manchmal bestanden sie nur aus ihrem Namen und Lord Krishnas Namen: „Mira Gopala Giridhara.“ Auf diese Weise sang und sang sie auf ihre ergebene Weise. All die Anwesenden war so zufrieden mit ihr, so stolz auf sie und waren ihr auch sehr dankbar.

Mittlerweile fühlte sich Mirabais Ehemann unglücklich. Er verstand nun, wie rein und religiös seine Frau war. Ihr Name wurde schnell zu einem Begriff. Er wollte nicht mehr auf den Rat seiner Verwandtschaft hören. So machte er sich auf nach Brindaban und brachte Mirabai zurück in den Palast. Dort behandelte er sie gut und erlaubte ihr, ihre Gebete im Tempel fortzusetzen. Doch der Rest der Verwandtschaft behandelte Mirabei nicht gut.

Mirabei war erst dreiunddreißig Jahre alt, als Bhoja Raj verstarb. Dann ging der Thron an einen Verwandten über, der sich äußerst ungöttlich gegenüber Mirabai benahm. Als dieser Verwandte mitbekam, dass jedermann Mirabeis spirituelle Eigenschaften schätzte, war das zu viel für ihn. Die Flamme der Eifersucht brannte in ihm und er fasste den Vorsatz, sie zu töten. Er wusste, dass sie in den frühen Morgenstunden gewöhnlich stundenlang zu Lord Krishna betete und den Schrein mit den herrlichsten Blumen schmückte. Daher schickte er ihr eines Tages einen Korb mit Blumen als Geschenk. In den Blumen verbarg er eine giftige Schlange. Er wusste genau, dass sie Mirabai beißen würde, sobald sie die Blumen im Korb berührte.

Doch dann ist etwas Wunderbares geschehen. Als Mirabai ihre Hand auf die Blumen legte, verwandelte sich auch die Schlange in Blumen. Es ist ihr nichts dabei passiert. Der König konnte nicht fassen, dass er sein Ziel verfehlt hatte.

Einige Tage später ließ er ihr eine Tasse Milch überbringen. Er schickte sie mit der Nachricht, dass er so zufrieden und glücklich mit ihr sei. Doch in der so genannten reinen Milch war ein sehr starkes Gift enthalten.

Lord Krishna kam zu Mirabai und warnte sie vor dem Gift in der Milch. Dann sagte er ihr, dass sie die Milch trotzdem trinken solle. Lord Krishna versicherte ihr, dass er sie beschützen werde. Nachdem sie ihre Anbetung beendet hatte, trank sie den Inhalt der Tasse. Aber Krishna hatte das Gift in Nektar verwandelt. Es erübrigt sich zu sagen, dass Mirabei nichts geschah.

Der König unternahm viele andere Dinge, um Mirabai zu quälen, aber Lord Krishna beschützte sie jedes Mal. Letztendlich suchte Mirabai einige spirituelle Meister auf, um bei ihnen nachzufragen, was sie tun solle. Alle gaben ihr den Rat, den Palast zu verlassen. Nach langen Jahren des Leidens machte sich Mirabai zu Fuß auf, und kehrte zurück nach Brindaban. Zu dieser Zeit hatte sie viele, viele Anhänger und in ganz Indien hörte man ihre Bhajans. Besonders die Anhänger von Krishna waren so stolz auf sie und waren ihr so dankbar, weil Mirabeis Hauptthema war: „Krishna ist mein Alles; Gopa ist mein Alles!“

Eines Tages, viele Jahre danach, sang Mirabai im Tempel. Es waren einige Verehrer um sie herum, die auch sangen. Lord Krishna war so zufrieden mit Mirabai, dass er in seiner subtilen menschlichen Form vor ihr erschien. Diese Form ist so greifbar, wenn das dritte Auge bei jemandem geöffnet ist. Mirabai war in der Lage, ihren Lord zu sehen, doch die anderen hatten nicht die subtile Sicht, ihn zu sehen. Jedoch sahen sie einiges in ihr.

Lord Krishna öffnete sein Herz-Chakra. Dann trat Mirabai in sein Herz ein und verschwand. So ging sie hin­über ins Jenseits. Zu diesem Zeitpunkt war sie in einem hohen, ekstatischen Bewusstsein. Mit ihrem physischen Körper verschmolz sie mit seinem und verschwand.

So endet die Geschichte.

Kommentar zu Die Liebe eines Kindes zu Gott

Der Supreme ist dein Guru, mein Guru, jedermanns Guru. Er wohnt in den Herzen von uns allen. Wenn ihr dem spirituellen Leben folgen möchtet, wenn ihr die ganze Welt inspirieren möchtet, dann sollte der Supreme euer einziger Geliebter sein. Wenn ihr Gott wirklich braucht, so wie Mirabai es tat, dann muss Er dein einziger Freund sein, eure einzige Liebe, eure einzige Befriedigung und eure einzige Erfüllung.

Teil II — Zwei Geschichten von Mano Ranjan Ghose1


  1. WYW 5e2. Diese zwei Geschichten sind von Mano Ranjan Ghose. Sie wurden aus dem Original Bengali übersetzt vom seinem jüngeren Bruder, Chinmoy. Die Geschichten erschienen zuerst im AUM Magazine, Ausgabe 1, Nummer 1, gedruckt 1974.

Mirabai und der Sannyasin

Mirabai war eine Prinzessin aus Rajasthan. Sie war eine Frau von unermesslicher Schönheit und Tugend.

In ihrer frühen Jugend wurde Mirabai mit einem Prinzen verheiratet. In seiner Familie waren alle Verehrer der Mutter-Kraft. Mirabai war die Einzige, die Sri Krishna verehrte. Aus diesem Grund kam es jeden Tag zu einem traurigen Streit.

Dann kam eine Zeit, als sie äußerst entmutigt und enttäuscht den Palast ihres Mannes verließ und nach Brindaban ging, um dort zu leben. Es trug sich zu, dass ein Sannyasin aus Bengalen, der auch ein großer Anbeter von Krishna war, zur selben Zeit nach Brindaban ging.

Mirabai hegte den tiefen Wunsch, diesen Sannyasin zu besuchen, doch der Sannyasin wollte sich nicht herablassen, sie zu empfangen. Man sagte ihr, dass der Sannyasin in strenger Askese und Buße lebe und es ihm unmöglich war, eine Frau zu sehen und mit ihr zu sprechen. Mirabai war darüber tief verletzt.

Einige Tage später machte sich Mirabai, ohne sich die Erlaubnis des Sannyasins einzuholen, auf den Weg zu ihm. Sie sagte: „Ich habe immer gewusst, dass es in Brindaban nur einen Mann gibt und das ist Lord Krishna. Der Rest sind alles Frauen, seine Anhänger. Wie wagst du es in Anspruch zu nehmen, ein anderer Mann zu sein? Für mich gibt es nur einen Mann hier in Brindaban, Krishna.“

Der Sannyasin erkannte seinen Fehler. Sein Stolz wurde von Mirabais Weisheits-Licht zerschmettert. Er sprach mit ihr und sie wurde seine Schülerin.

From:Sri Chinmoy,Was immer du willst, Gott gibt es, The Golden Shore Verlagsges.mbH, Nürnberg, 2005
Quelle https://de.srichinmoylibrary.com/wyw