11. AKT 1. SZENE

(Sarada Devi mit einigen ihrer engen Schüler.)

SARADA DEVI: Ich bin so gespannt, meinen Naren zu sehen. Ich habe gehört, dass er bald hier sein soll. Ihr wisst, wie hart er in Amerika für Thakur gearbeitet hat. Durch ihn wird Thakur auf der ganzen Welt bekannt werden. Ich bin so stolz auf meinen Naren.

ERSTER SCHÜLER: Mutter, das ist alles nur deiner Gnade, es ist alles nur Thakurs Gnade zu verdanken. Aufgrund eurer Gnade war Naren in Amerika, im Westen erfolgreich. Er war nichts, absolut nichts, bevor er in euer Leben gekommen ist.

SARADA DEVI: Nein, er war alles. Thakur hatte ihn von der höchsten Welt herunter gebracht. Thakur hatte ihm alles gegeben, bevor er in diese Welt kam. Und dass Thakurs Name über die ganze Welt bekannt ist, ist nur der unaufhörlichen Widmung und dem intensiven inneren Streben meines Naren zu verdanken.

(Naren kommt herein.)

NAREN: Mutter, ich bin gekommen. (Er wirft sich Sarada Devi zu Füßen.) Mutter, ich werde deine Füße nicht berühren, und ich werde von nun an auch niemand anderem mehr erlauben, deine Füße zu berühren. Wir berührten Thakurs Füße und gaben ihm all unsere Unreinheiten und all unsere vitalen Begierden. Er nahm unsere Unreinheiten und unsere Unwissenheit bedingungslos an und starb daran. Deshalb möchte ich deine Füße nicht berühren und ich möchte nicht, dass irgendjemand anderes deine Füße berührt. Wenn wir deine Füße berühren, das weiß ich, wirst du augenblicklich all unsere Sünden von uns nehmen, so wie Thakur es getan hat. Und wenn du all unsere Sünden weg-nimmst, werden wir dich bald verlieren. Mutter, ich will dich nicht verlieren.

SARADA DEVI (indem sie ihn segnet): Du bist Thakurs liebster Sohn. Du wirst für immer sein liebster Sohn bleiben.

NAREN: Mutter, viele, viele, viele Male habe ich an Thakur gezweifelt. Selbst an dem Tag, an dem er die Erdarena verließ, zweifelte ich an ihm. Doch aus seiner unendlichen Güte heraus, überzeugte er mich an seinem Sterbebett davon, wer er ist. Mutter, ich bin der kleinste Tropfen des Mitgefühl-Meeres, das Sri Ramakrishna verkörpert. Mutter, ich bin so stolz, dass ich niemals an dir oder deiner Verwirklichung auch nur eine Sekunde lang gezweifelt habe. Mutter, in diesem Leben wirst du das einzige Objekt meiner Verehrung sein. Deine Verehrer, deine Schüler, deine Kinder allein werden die auserwählten Werkzeuge Gottes sein. In dir fühle ich die lebende Anwesenheit von Mutter Kali. Ich sehe dich als die Mutter des Universums. Ich betrachte dich als die Eine, die höchste Göttin. Ich sehe dich als Thakur. Du trägst das Banner von Thakurs Licht. Mutter, du hast dich im Verborgenen gehalten. Aber wie kannst du dich nun vor all deinen liebenden Kindern verbergen? Du kannst es nicht. In dir ist die reinste und vollkommenste Manifestation Gottes. In dir, Mutter, ist meine Verwirklichung.

SARADA DEVI: Naren, Thakur schenkte dir seine unendliche Liebe und seine unendliche Anteilnahme. Er gab dir sein All. Mein Naren, ich schenke dir meine unendliche Freude und meinen unendlichen Stolz. Ich gebe dir mein All.

(Naren singt:)

He karuna sindhu
ami taba bindu
charan tale thai
nitya jena pai
jani janani jani
tomai ami hani
ananda indu

(O Ozean des Mitgefühls,
ich bin Dein winzigster Tropfen.
Zu Deinen Füßen suche ich
stets meinen Zufluchtsort.
Ich weiß, Mutter, ich weiß,
Dich schlage ich, Dich verletze ich.
mein Mond der Licht-Glückseligkeit.)

Sri Chinmoy, Trinkt, trinkt den Nektar meiner Mutter, The Golden Shore Verlagsges.mbH, Nürnberg, 2018
Übersetzungen dieser Seite: Czech
Dieses Gedicht kann zitiert werden unter Verwendung des Zitierschlüssels dm 24