Frage: Wie können wir dauerhaften Frieden finden?

Sri Chinmoy: Mein erstes Gedicht in englischer Sprache beginnt so:

„Ich weiß, ein Meer von Frieden, Freude und Licht liegt außerhalb meiner Reichweite…“

Fast jeder spirituelle Schüler hat am Beginn seines spirituellen Lebens das Gefühl, Frieden läge außerhalb seiner Reichweite. Der Verstand quält uns ständig. Unser Verstand trägt uns in der inneren wie äußeren Welt ständig von einem Ort zum anderen, von einem Gegenstand zum anderen. Dennoch kommt irgendwann der Tag, an dem wir in unserem inneren Leben fühlen, dass es nichts anderes geben kann, wonach es sich zu streben lohnt, als nach Frieden.

Frieden wirkt im inneren und äußeren Leben des aufstrebenden Suchers. Und irgendwann kommt der Tag, wo er mit dem Frieden eins wird. Im Augenblick sehnt er sich nach Frieden, aber er besitzt ihn nicht. In dem Moment, wo die Flamme seines inneren Strebens die Gelegenheit erhält, das Höchste zu erreichen, beginnt der innere Friede höchst wirkungsvoll und kraftvoll in ihm zu wirken. Eines Tages bemerkt er dann, dass er sich beständig im Meer des Friedens befindet und nie mehr davon getrennt werden kann. Seine gesamte innere wie äußere Existenz ist dann von Frieden überflutet. Um diese Erfahrung zu machen, brauchen wir inneres Streben. Spirituelle Strebsamkeit ist der Schlüssel dazu.

Sri Chinmoy, Vollkommenheit und Transzendenz, The Golden Shore Verlagsges.mbH, Nürnberg, 2008
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