Licht

Licht und Dunkelheit. Dunkelheit lässt uns fühlen, dass wir nichts sind, dass wir nichts tun können, dass wir nutzlos sind. Licht lässt uns fühlen, dass wir alles sind, dass wir alles tun können, dass wir alles werden können. Wo ist nun Licht, wirkliches Licht? Wirkliches Licht ist nicht im Physischen; es ist nicht im Verstand. Es ist tief in der Seele. Wo immer es Licht gibt, gibt es Ausdehnung. Ausdehnung von was? Ausdehnung von Wahrheit. Licht ist der ständige Ausdruck von Wahrheit. Licht und Wahrheit wirken zusammen. Dunkelheit und Konflikt wirken zusammen.

Das Licht, von dem wir sagen, dass wir es von Freunden, Verwandten und weltlichen Menschen erhalten, ist kein wirkliches Licht. Es ist nur eine Kette von Gedanken und Ideen, denen wir einen Wert beimessen. Wir haben immer das Gefühl, dass andere mehr Verständnis und mehr Wissen besitzen als wir. Aber ich möchte euch sagen, dass ihr mehr Licht als jeder andere haben werdet, wenn ihr in der Seele bleibt. Eure Seelen besitzt unendlich viel mehr Licht als jemand, der uns intellektuelle Informa­tionen oder äußeres Wissen vermittelt.

Wie können wir nun in die Seele eintreten, um Licht zu sehen, zu fühlen und zu nutzen? Wir können das Licht erreichen, indem wir alle Angst wegwerfen; die Angst, die um uns, vor uns und hinter uns ist. Wir sind die Opfer der Angst, sowohl in unserem eigenen Leben als auch im Leben unserer Geliebten: Angst um unsere Kinder, Angst um unsere Freunde, um unser Land, um die Erde. Mit Angst können wir nicht in die Seele eindringen und dort das Licht der Seele erhalten. Versucht also bitte, alle Angst aus euerem äußeren und inneren Leben zu ver­bannen. Dann werdet ihr sehen, dass ihr ständig vom Licht der Seele genährt werdet. Ein aufrichtiger Sucher empfängt auch Licht, wenn er in das Bewusstsein des Meisters eintritt. Das Bewusstsein des Meisters ist immer erfüllt mit spirituellem Licht, dem Licht des Jenseits.

Licht und Strebsamkeit sind miteinander ver­bunden. Licht enthüllt und manifestiert das Leben nur dann, wenn das innere seelenvolle Streben unaufhörlich unseren inneren Hunger stillt.

Sri Chinmoy, Regenbogen-Blumen, Teil 1, The Golden Shore Verlagsges.mbH, Nürnberg, 2004
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