Mr. Inoue: Sri Chinmoy, welchen Weg empfinden Sie als den natürlichsten und besten Weg, um zu leben? Früher arbeitete ich in der Landwirtschaft auf einem Feld, doch jetzt muss ich Projekte in einem Büro koordinieren. Ich fühle mich traurig, weil ich denke, dass das reine Leben vielleicht draußen bei der Feldarbeit stattfindet.

Sri Chinmoy: Als Sie auf dem Feld arbeiteten, erhielten Sie den Segen von Mutter Natur. Zu dieser Zeit erhielten Sie Freude und behielten diese für sich. Jetzt, da Sie Projekte organisieren und koordinieren, sind Sie mit vielen Menschen verbunden und schenken ihnen Weisheit und Freude. Als landwirtschaftlicher Feldarbeiter waren Sie begrenzt; Sie arbeiteten nur für Ihre Gruppe. Jetzt helfen Sie allen Gruppen; Sie geben Ratschläge und helfen den Menschen, die in einem Krankenhaus arbeiten, aber Sie helfen auch Menschen, die auf dem Feld arbeiten; Sie helfen jenen, die etwas aufbauen und auch jenen, die mit den Ärmsten zusammenarbeiten. Sie sollten sich als einen Baum mit vielen Früchten betrachten. Eine Person nimmt Ihre Frucht an und verteilt sie im Krankenhaus; eine andere nimmt Ihre Frucht ebenfalls an und isst sie auf dem Feld. Sie sind die Quelle, die zahlreichen Menschen auf mannigfaltige Weise Hilfe gibt.

Als ich jung war, betete und meditierte ich viele, viele Stunden lang. Nun habe ich Tausende von Schülern auf der ganzen Welt und ich habe nicht mehr die Zeit, stundenlang zu beten und zu meditieren. Damals erwartete Gott von mir, dass ich etwas für mich selbst tat; doch jetzt will Gott, dass ich mich unter die Menschen begebe und ihnen anbiete, was Er mir gab. Früher betete ich zu Gott, Er möge mich höher und höher hinauftragen. Nun spricht Gott: „Ich will, dass du Meine Liebe, Meine Zuneigung und Meinen Segen verbreitest.“ Deswegen reise ich nach Japan, nach Deutschland, nach Frankreich und an viele andere Orte, um Gottes Befehl zu folgen. Und ich tue es voller Freude, weil ich weiß, dass es Sein Wille ist.

Genauso bittet Sie Derjenige, der damals von Ihnen wollte, dass Sie auf dem Feld arbeiten, um Freude zu erhalten, dass Sie nun diesen Menschen Ratschläge geben. Ihre frühere Aufgabe war gut, doch sie war überwiegend für Sie selbst - so wie mein Leben in Indien, als ich betete und meditierte. Doch ihre gegenwärtige Aufgabe ist viel wichtiger, denn Sie versuchen so vielen Menschen gleichzeitig zu helfen. Gott bat Sie damals, in Ihrem Wohnzimmer zu arbeiten, und Sie waren dabei glücklich. Nun bittet Er Sie, in der Küche zu arbeiten, um ein köstliches Mahl für viele Menschen zuzubereiten, damit sie gestärkt werden und Ihm ebenfalls dienen können

Sie sollten all Ihre Aufgaben, die Ihnen gegeben werden, fröhlich erledigen. Dann werden Sie Gott am meisten zufrieden stellen. Zuerst wollte Gott, dass Sie in Japan leben. Jetzt hat er Sie nach Fiji gebracht. Nach ein paar Jahren kann Er Sie woanders hin schicken, damit Sie Ihm dort dienen. Sie sollten glücklich sein, wo auch immer Sie hingehen. Denken Sie nicht: „Ach, in Japan hatte ich so viele Freunde und Verwandte. Dort war ich sehr glücklich, doch hier habe ich keine Freunde.“ Nein, fühlen Sie, dass Sie in Japan glücklich waren, indem Sie Ihren Freunden dort dienten, und hier werden Sie glücklich sein, indem Sie den Freunden dienen, die Sie hier erhalten werden. Indem Sie so der Menschheit auf mannigfaltige Weise dienen, dienen und dienen, werden Sie gut und vollkommen werden.

Sri Chinmoy, Sri Chinmoy antwortet, Teil 2, The Golden Shore Verlagsges.mbH, Nürnberg, 2004
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