Frage: Manchmal möchte ich die unrechten Dinge, die in mir sind, darbringen. Ich versuche, sie auf meine begrenzte Weise anzubieten, aber ich weiß wirklich nicht, wie ich das am besten tun kann.

Sri Chinmoy: Nehmen wir an, du bist auf deinen Bruder böse. Fühle zu diesem Zeitpunkt, dass dein Ärger etwas ist, das du ergreifen kannst. Stelle ihn dir als einen Gegenstand vor, als materiellen Gegenstand. Dann ergreife diesen materiellen Gegenstand und wirf ihn in mich hinein. Ich werde ihn annehmen. Wenn du ihn allerdings in jemand anderen hineinwirfst, so wird diese Person dafür Vergeltung suchen und damit fängt das Problem an.

Wenn du also zornig bist, dann halte nicht an diesem Zorn fest. Wirf ihn einfach in mich hinein. Wenn du unrechte Gedanken hegst, vitale Gedanken, ungöttliche Gedanken, so wirf sie einfach in mich hinein. Was geschieht, wenn du sie nicht in mich hineinwirfst, sondern an ihnen festhältst? Du schätzt sie unbewusst. Und wenn du diese Gedanken schätzt, erlangen sie enorme Kraft und werden versuchen, dein gesamtes Wesen zu zerstören. Zu Beginn sind diese Gedanken wie ein paar Ameisen. Wenn du sie sehen kannst, kannst du sie ganz leicht vernichten. Aber wenn sie wachsen und aus einigen wenigen Ameisen Hunderte und Tausende von Ameisen werden, wird es schwierig, sehr schwierig.

Doch selbst dann, wenn du fühlst, dass alles hoffnungslos ist, möchte ich dir sagen, dass nichts hoffnungslos ist. Auch wenn du selbst die Herausforderung zurückweist, Gott wird sie in und durch dich nicht zurückweisen. Er mag dir eine Ruhepause gönnen von einem Tag, einem Monat, einem Jahr oder hundert Jahren, doch letzten Endes wird Er dich wieder dazu inspirieren, die Herausforderung anzunehmen.

Sri Chinmoy, Schöpfung und Vollkommenheit, The Golden Shore Verlagsges.mbH, Nürnberg, 2017
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