Frage: Wie kann man innere Gelassenheit und Frieden erlangen, wenn man sich umschaut und überall in der Welt Krieg, Hunger, Drogen und Tod erblickt?

Sri Chinmoy: Wenn jemand in der äußeren Welt keine Befriedigung findet, dann sollte sein innerer Hunger ausreichend groß sein, um in die innere Welt einzutauchen. Ich habe zwanzig oder dreißig Schüler, die irgendwann einmal Drogen genommen und viele andere Fehler gemacht haben; aber sie haben gemerkt, dass sie das nicht zufrieden stellt. Dann begannen sie ihren inneren Hunger zu spüren. Innerlich ausgehungert, kamen sie zu mir und begannen spirituell zu streben. Sie wollten herausfinden, ob in dieser Lebensweise Wahrheit, Licht und Erfüllung zu finden sind. Als sie dann das innere Leben ernsthaft begannen, erhielten sie die Antwort.

Jeder muss für sich herausfinden, ob ihn das äußere Leben befriedigen kann. Wenn das nicht der Fall ist und ihn das äußere Leben enttäuscht hat, wird er vielleicht aufwachen und sagen: „An diesem Ufer habe ich nur Enttäuschung erfahren; nun möchte ich sehen, was das andere Ufer zu bieten hat.“ So wird er natürlich versuchen, in die innere Welt einzutauchen. Dann wird er sein inneres Leben von innen her zum Vorschein bringen.

Wir ernten, was wir säen. Wenn ich mich zutiefst nach Licht sehne und tief nach innen tauche, dann sehe ich Licht und wachse in es hinein. Dieses Licht, das ich sehe und besitze, wird zu einem festen Bestandteil meines inneren Lebens. Anschließend versuche ich dieses Licht zum Vorschein zu bringen und der Menschheit weiterzugeben, und diese empfängt es dann entsprechend ihrer Aufnahmefähigkeit.

Sri Chinmoy, Vollkommenheit und Transzendenz, The Golden Shore Verlagsges.mbH, Nürnberg, 2008
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