Frage: Haben Ihre Schüler die Möglichkeit, privat zu Ihnen nach Hause zu kommen?

Sri Chinmoy: Sie können zu mir kommen, um mit mir ein kurzes privates Gespräch zu führen, entweder bei mir Zuhause oder auf dem Tennisplatz, wo ich einen privaten Raum zur Verfügung habe. Ich spiele leidenschaftlich gerne Tennis und ich erlaube meinen Schülern ebenfalls, dort Tennis zu spielen, denn die Botschaft des Tennis lautet: „Love and Serve“ - liebe und diene. Tennis beginnt mit „Love“ (= null Punkte) und geht über zum Serve (Aufschlag). Bei einem guten Aufschlag erhältst du einen Punkt. Ebenso machst du genau das Richtige, wenn du den Supreme liebst (love), und Ihm in der Menschheit dienst (serve).

Viele Male haben mich meine Schüler um eine Unterredung gebeten, und ich sagte sie ihnen zu. Doch häufig musste das vereinbarte Gespräch nicht stattfinden, weil die Probleme der Schüler bereits innerlich gelöst waren.

Erst vor zwei Wochen starben die Eltern von fünf meiner Schüler, und die Schüler kamen zu mir, um Trost zu suchen. Sie kamen einzeln und saßen vor mir, um zu beten und zu meditieren. In tiefer Liebe und voller Mitleid sagte ich zu ihnen: „Leben und Tod sind zwei Räume, die nebeneinander liegen. Diesen Raum, in dem wir physisch und mental aktiv sind, nennen wir Leben. Hier halten wir uns während des Tages auf. Am Abend, gehen wir dann in den anderen Raum, um uns auszuruhen. Wenn du betest und meditierst, wirst du die Tür erkennen, die die beiden Räume miteinander verbindet.

Im Augenblick kannst du den anderen Raum noch nicht betreten, doch es gibt Jemanden, der dorthin gehen kann, und das ist Gott. Bete zu Ihm, dass Er segensreich das Notwendige für eure Mutter und euren Vater unternimmt. Gott wird eure Gebete erhören. Gott hat eure Mutter und euren Vater erschaffen, und Er trägt die volle Verantwortung für sie. Es ist Seine Pflicht, für sie Sorge zu tragen; deine einzige Aufgabe ist es, Ihn um Seine innere Führung zu bitten.

Deswegen lasst uns zusammen beten und unserem Höchsten Herrn unsere Dankbarkeit darbringen, dass Er unseren Vater und unsere Mutter sechzig oder siebzig Jahre lang im Raum des Lebens behalten hat. Nun hat derselbe Höchste Herr euren Vater und eure Mutter gebeten, im anderen Raum etwas für Ihn zu tun. Im Moment habt ihr keinen Zugang zu diesem Raum, doch eure Gebete werden zu Gott gelangen, und Er wird sie segnen und alles Notwendige für euren Vater und eure Mutter unternehmen.“ Mit diesen Worten habe ich sie getröstet.

Sri Chinmoy, Sri Chinmoy antwortet, Teil 2, The Golden Shore Verlagsges.mbH, Nürnberg, 2004
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