Teil I

SCA 55-56. Das Interview fand am 3. August 1993 bei einer Ausstellung der 70.000 Dream-Freedom-Peace-Birds (Traum-Freiheit-Friedens-Vögel) in Soho, New York, statt.

Interviewer: Hat die Pop Art irgendeine Bedeutung für Ihre Kunst – oder anders ausgedrückt, hat sie eine Bedeutung für eine sehr unmittelbar spirituelle Kunst?

Sri Chinmoy: Sie müssen mir verzeihen. Nicht, dass ich die Pop Art nicht schätze, aber ich habe schon sehr, sehr lange kein Museum mehr besucht. Im Jahr 1964, als ich nach New York kam, besuchte ich die ‘Asia Society’, wo Werke einiger Künstler aus dem Fernen Osten ausgestellt waren. Ich besuchte später noch einige andere Museen, doch ich verstand nicht, was ich sah. Natürlich ist Kunst nicht etwas, das verstanden, sondern gefühlt werden muss. Ich sage nur, dass es mir so fremd war, dass ich es nicht schätzen konnte; in keiner Weise kritisiere oder verurteile ich diese Kunst.

Ich habe niemals gedacht, dass Gott mich zu einem Künstler machen würde. In meinem Leben habe ich bereits einige Dinge durch die Gnade Gottes zustande gebracht. Ich spiele mehrere Musikinstrumente, ohne dass es mich jemand gelehrt hat. Und obwohl ich keinen Ab­schluss einer höheren Schule besitze, wird meine Philosophie an einigen Universitäten gelehrt und viele Menschen lesen meine Bücher. Ungefähr um 1944 herum lernte ich in der Schule ein wenig über Kunst, doch ich erhielt niemals eine richtige Anleitung.

Alles was ich tue, ist das Ergebnis der Gnade Gottes. In Seinem unendlichen Mitleid segnet Er mich mit Inspiration. Seine Inspiration hilft mir und leitet mich in meiner Malerei und auch in allen anderen Aktivitäten ohne Unterlass. Aus diesem Grund war es für mich nicht erforderlich, die Arbeiten anderer Künstler zu sehen, um selbst zu malen. Nicht, weil ich sie nicht schätzen würde. Nein, nicht deswegen. Der Grund ist, dass ich all meine Inspiration von Gott erhalte.

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