Parvatis aussergewöhnlicher Segen[fn:: POK 41-42. Sri Chinmoy erzählte die folgenden zwei Geschichten

am 6. Juni 2007 bei sich zuhause in Jamaica, New York.]

Sri Krishna hatte offiziell acht Frauen. Auf der Seite der Pandavas machte sich Bhima, der genauso alt war wie Sri Krishna, manch-mal über Sri Krishna lustig. Vor Arjuna und seinen anderen Brüdern sagte Bhima öfters zu Sri Krishna: „Acht! Wir schaffen es nicht mit einer Frau zurecht zu kommen. Wie kommst du mit acht Frauen zurecht?“

Krishna lachte immer über Bhimas Kommentare.

In dieser Geschichte geht es nicht um die Frauen von Sri Krishna, sondern um seine Kinder. Von Rukmini, seiner ersten Frau, hatte Krishna einen Sohn, den er Pradyumna nannte. Pradyumna war sehr attraktiv, stark und mutig. In jeder Hinsicht war er ein vorbildlicher Sohn. Alle liebten und verehrten ihn.

Nun, Sri Krishnas zweite Frau war Satyabhama. Als sie bemerkte, dass Padyumna von allen mit Liebe und Zuneigung überschüttet wurde, kam bei ihr Eifersucht und Unsicherheit auf. Sie sagte zu Sri Krishna: „Ich brauche einen Sohn wie ihn! Ich muss einen Sohn haben wie Rukminis Sohn.“

Der arme Sri Krishna sagte: „Was kann ich tun?“ Er begann zu beten, dass Satyabhama einen Sohn bekommt, aber sein Gebet wurde nicht erhört. Nichts geschah, daher ging Sri Krishna zu einem spirituellen Meister, um seinen Segen und Rat zu suchen. Der spirituelle Meister sagte: „Oh, nein. Ich kann diese Dinge nicht tun. Du musst zu Lord Shiva gehen. Lord Shiva kann dir helfen.“

Sri Krishna begann, zu Lord Shiva zu beten, zu beten und zu beten. Normalerweise braucht Lord Shiva nicht lange, um Gebete zu beantworten, aber in diesem Fall hat er sehr lange gebraucht. Schließlich, nach vielen Jahren, erschien Lord Shiva zusammen mit Parvati vor Sri Krishna. Lord Shiva fragte Sri Krishna: „Warum musst du zu mir beten? Von all den Menschen, musst ausgerechnet du beten?”

Sri Krishna antwortete: „Ja, ich muss zu dir beten. Mein Guru hat mir gesagt, dass ich zu dir beten muss, um von dir einen Segen zu erhalten.“

„Welchen Segen möchtest du?“, fragte Lord Shiva.

Sri Krishna antwortete: „Meine Frau, Satyabhama, will ein Kind haben, genau wie Pradyumna, das mein erstes Kind von Rukmini ist. Was kann ich jetzt tun, was kann ich tun? Satya-bhama ist deshalb ziemlich verstimmt.“

„Deshalb musstest du so viele Jahre lang beten?“, fragte Lord Shiva. Dann fuhr er fort: „In Ordnung, jetzt werde ich dir diesen Segen gewähren. Ich werde dir einen Sohn gewähren, der in jeder Hinsicht die gleichen Fähigkeiten hat.“

Dann sprach Parvati. „Oh, nein, das reicht nicht!“, sagte sie. „Ich gebe dir die Gabe, dass du zehntausendeinhundertacht Kinder haben wirst.“ Könnt ihr euch das vorstellen! Parvatis Segen war zehntausendeinhundertacht Kinder!

Lord Shiva war darüber sehr geschockt. „Was? Was? Was ist das für ein Segen?“

Sri Krishna sagte: „Nein, ich werde es hinbekommen.“

Dann fing Lord Shiva an, Sri Krishna zu kritisieren. „Du wirst nichts hinbekommen! Du kannst nicht mal richtig auf dich aufpassen, wie willst du in der Lage sein, so viele Kinder zu versorgen?“ Lord Shiva wandte sich an Parvati und sagte: „Wie soll sich seine Familie um so viele Kinder kümmern? Werden sie ihn mit zehntausendeinhundertacht Kindern akzeptieren?“

Parvati versicherte Lord Shiva: „Nein, ich sage dir, alles wird perfekt sein. Balarama, Krishnas Bruder, wird sich hauptsächlich um all diese Kinder kümmert. Balarama liebt Sri Krishna so sehr. Es wird ihm nichts ausmachen. Er wird von den zehntausend-einhundertacht Kindern von Sri Krishna begeistert sehr.“

Das war Parvatis Segen. Ich habe es in einem Buch gelesen. Dann las ich es noch einmal, um zu sehen, ob die Zahl richtig war! Lord Shiva gab einen Segen: dass Sri Krishna einen Sohn haben würde, der in jeder Hinsicht genau wie Pradyumna ist. Aber Parvati war damit nicht zufrieden. Sie sagte: „Nein, du wirst in der Lage sein, mit zehntausendeinhundertacht Kindern umzugehen.“ Parvati meinte damit nicht, dass Satyabhama die Mutter von allen sein würde.

Parvati wusste, dass Balaramas Liebe zu seinem Bruder so groß war, dass er alles akzeptieren würde, was Sri Krishna tat. Manchmal, am Anfang, war er darüber aufgebracht, aber dann akzeptierte er es. Balarama war so gutherzig!

Sri Chinmoy, Die Kraft der Güte und andere Geschichten, The Golden Shore Verlagsges.mbH, Nürnberg, 2020
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